Home

Bemerkungen/Opmerkingen

Oktober 2006

Keine Fenster

Zu Achim Lockes Landschaft-Fluchten, ausgestellt in der Galerie Herold Bremen, Oktober 2006 (2)

Achim Locke: Landschafts-Fluchten

Ein in der Kunstgeschichte entwickelter Terminus ermöglicht es, Lockes Werkreihe in ihrer Eigenart zu beschreiben. Während die theoretisch argumentierende Wissenschaft wie auch die Kritik seit einigen Jahren mit dem Begriff "performativ" jonglieren, hat die Analyse des Betrachterverhaltens im 16. und 17. Jahrhundert daran anknüpfend den Prozess des "Hineinsehens" zutage gefördert. Vor allem für der Gattung Landschaft scheint dieser Prozess essenziell. Der Betrachter sieht einen Ausschnitt der Wirklichkeit und lässt sein Auge über die verschiedenen Elemente des Bildes schweifen und entdeckt entweder bedeutungsvolle Szenen aus der Bibel (Flandern, 16. Jahrhundert), morbide Erinnerungen (Deutschland, frühes 19.) oder einen gekonnten formalen Zusammenhang (Frankreich, 17.). Das Wechselspiel zwischen Bild und Betrachter basiert im Fall der Landschaft auf dem in das Bild "Hineinsehen". Achim Locke blockiert diesen Mechanismus über die betonte Unschärfe in seinen Bildern.

(weiter)